Hyaluronsäure bei Scheidentrockenheit: Was sagt die Forschung?

Hyaluronsäure bei Scheidentrockenheit: Was sagt die Forschung?

Hyaluronsäure kann Wasser binden und wird deshalb in vaginalen Feuchtpflegeprodukten verwendet. Studien deuten darauf hin, dass bestimmte vaginale Hyaluronsäure-Präparate Trockenheitsbeschwerden lindern können. Die Produkte und Studiendesigns unterscheiden sich jedoch; die Ergebnisse beweisen nicht automatisch die Wirkung jeder Creme.1

Was wurde untersucht?

Eine systematische Literaturübersicht nahm 17 Originalstudien zu vulvärer und vaginaler Anwendung auf, von randomisierten Studien bis zu längeren Beobachtungsarbeiten. Die Ergebnisse waren insgesamt positiv für Symptome wie Trockenheit, Brennen oder Schmerzen, aber die Studien waren nicht alle gleich belastbar oder direkt vergleichbar. Eine neuere Übersichtsarbeit zu postmenopausalen Frauen bewertet die Daten ebenfalls produkt- und endpunktabhängig. Daher ist „Hyaluronsäure wirkt“ zu pauschal; relevant sind Anwendung, Konzentration und Gesamtrezeptur.12

Welche Rolle spielt sie in einer Creme?

Döderlein Feuchtcreme enthält Natriumhyaluronat, die Salzform der Hyaluronsäure, zusammen mit Tamarindensamen-Polysacchariden, Glycerin und Betain. Diese Stoffe werden als feuchtigkeitsbindende Bestandteile eingesetzt. Die Creme enthält außerdem Milchsäure, Panthenol, Aloe-vera-Saft, Mandelöl und Sheabutter sowie weitere Hilfsstoffe. Öl- und Fettbestandteile geben einer Creme eine andere Konsistenz als ein dünnes Gel. Das kann für manche angenehm sein, ist aber kein Hinweis auf eine Überlegenheit.3

Ersetzt eine Feuchtcreme eine Hormonbehandlung?

Nein. Eine Feuchtpflege kann Symptome unterstützen, verändert aber nicht den Östrogenmangel, der bei manchen Frauen hinter dem genitourinären Menopausensyndrom steht. Bei Beschwerden, die trotz Pflege anhalten, gibt es ärztlich begleitete hormonelle und nicht hormonelle Optionen. Die passende Wahl hängt von Ursache, Beschwerden und Vorgeschichte ab.

Wann sollte ich die Ursache abklären lassen?

Bei Blutungen, wiederkehrendem Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen oder neuem Ausfluss ist eine Untersuchung sinnvoll. Trockenheit kann durch Wechseljahre, Stillen, Medikamente oder andere Erkrankungen entstehen.

Quellen

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