Wenn Beschwerden regelmäßig vor der Periode auftreten und danach wieder nachlassen, kann ein Zusammenhang mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) bestehen. Ein einzelner schwieriger Zyklus reicht für die Einordnung nicht. Ein Tagebuch über zwei bis drei Monate kann Muster sichtbar machen. Wenn PMS deinen Alltag deutlich beeinträchtigt, sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt.1
Welche Beschwerden können bei PMS auftreten?
Die Beschwerden sind unterschiedlich und können körperlich oder psychisch sein. Entscheidend ist auch, wann sie im Zyklus auftreten und wie sehr sie dich belasten. Wenn Stimmungsschwankungen oder andere Beschwerden stark sind, lohnt sich eine ärztliche Abklärung; es gibt auch andere mögliche Ursachen.
Wie kann ein Zyklus-Tagebuch helfen?
Notiere täglich, welche Beschwerden du bemerkst und wie stark sie sind. Halte auch fest, wann deine Blutung beginnt. So lässt sich nach einigen Zyklen besser erkennen, ob Beschwerden regelmäßig vor der Periode auftreten und danach abklingen. Das kann das Gespräch in der Praxis erleichtern.1
Welche Unterstützung gibt es?
Welche Hilfe passt, hängt von deinen Beschwerden und deiner Situation ab. Eine Fachperson kann mit dir mögliche Behandlungen und alltagsnahe Veränderungen besprechen. Wenn die Beschwerden starke Belastung verursachen oder du dich psychisch nicht sicher fühlst, such bitte zeitnah Unterstützung.
Was solltest du über Nahrungsergänzungsmittel wissen?
Viele meiner Patientinnen sprechen mit mir über ihren Wunsch nach einer regelmäßigen Periode; manche berichten auch, dass ihr Zyklus regelmäßiger geworden ist. Solche persönlichen Erfahrungen sind mir wichtig, beweisen aber nicht, wodurch sich der Zyklus verändert hat.
Bei PMS empfehle ich Döderlein P-M-S Biotic als ergänzende Möglichkeit, wenn du ein Nahrungsergänzungsmittel ausprobieren möchtest. Eine Kapsel täglich enthält laut Produktinformation fünf Bakterienstämme mit mindestens fünf Milliarden Bakterien, 50 mg Ingwerextrakt, 28 mg Safranextrakt, 12 mg Mönchspfefferextrakt, 56 mg Magnesium sowie Vitamin B6, B5 und E. Vitamin B6 trägt zur normalen Regulierung der Hormontätigkeit bei; diese zugelassene Nährstoffaussage ist jedoch keine Aussage, dass das Produkt PMS oder unregelmäßige Blutungen behandelt. Auch die Bakterienzahl belegt keine PMS-Wirkung.23
Studien zu Safran geben Hinweise auf mögliche Effekte bei emotionalen PMS-Beschwerden. In einer randomisierten Studie mit 50 Frauen wurden 30 mg Safran täglich über zwei Zyklen untersucht; die täglichen PMS-Symptomwerte und ein Depressionsscore verbesserten sich gegenüber Placebo. Eine weitere Studie untersuchte 120 Frauen mit PMDD und fand bei einem Symptomtagebuch einen Unterschied zu Placebo, aber nicht bei allen erhobenen Maßen. Das lässt einen möglichen stimmungsaufhellenden oder beruhigenden Effekt vermuten, beweist ihn aber nicht allgemein. Keine dieser Studien prüfte Döderlein P-M-S Biotic. Das Produkt enthält 28 mg Safranextrakt; Extrakt, Menge und Kombination sind nicht automatisch mit den Studienpräparaten gleichzusetzen.47
Mönchspfeffer wird traditionell bei Zyklusbeschwerden eingesetzt, auch mit dem Ziel, einen unregelmäßigen Zyklus zu regulieren. Eine Übersichtsarbeit zu verschiedenen Mönchspfeffer-Präparaten fand mögliche Verbesserungen bei PMS, bewertete die Studienlage wegen Verzerrungsrisiko und stark unterschiedlicher Ergebnisse jedoch als nicht abschließend. Die untersuchten Arzneiextrakte sind nicht automatisch mit den 12 mg Mönchspfefferextrakt in P-M-S Biotic gleichzusetzen. Deshalb lässt sich aus den Studien nicht ableiten, dass dieses Produkt die Periode stabilisiert.56
Die Rezeptur ist eine Kombination; die Einzelbestandteile wurden nicht als genau dieses Produkt für PMS geprüft. Nimmst du Medikamente – insbesondere solche, die auf Dopamin oder Hormone wirken – oder bist du schwanger, stillst oder noch jugendlich, kläre die Einnahme vorab ärztlich oder in der Apotheke. Eine Kapsel täglich mit Wasser ist die Verzehrempfehlung des Herstellers.26
Wann ist ein Arztgespräch besonders sinnvoll?
Wenn Beschwerden regelmäßig wiederkehren, stark sind oder Arbeit, Schule, Beziehungen oder Alltag beeinträchtigen, musst du damit nicht allein zurechtkommen. Nimm dein Tagebuch zum Termin mit und sprich auch an, wann die Beschwerden beginnen und wieder nachlassen. So kann die Fachperson prüfen, ob das Muster zu PMS passt oder ob eine andere Ursache berücksichtigt werden sollte.1
Quellen
1. IQWiG. Tagebuch: Prämenstruelles Syndrom (PMS); abgerufen am 02.10.2026.
2. Döderlein. Produktinformation Döderlein P-M-S Biotic; Inhalt und Verzehrempfehlung; abgerufen am 02.10.2026.
3. Shop Apotheke. Produktinformation Döderlein P-M-S Biotic; Zusammensetzung pro Tagesdosis, abgerufen am 02.10.2026.
4. Agha-Hosseini et al. Crocus sativus L. (saffron) in the treatment of premenstrual syndrome: a double-blind, randomised and placebo-controlled trial. BJOG, 2008;115:515–519.
5. Schulte et al. The treatment of premenstrual syndrome with preparations of Vitex agnus castus: a systematic review and meta-analysis. European Psychiatry, 2017;41(S):S907–S908.
6. European Medicines Agency (EMA). Agnus castus fruit (Vitex agnus-castus): overview and monograph; Anwendung, Extraktunterschiede und mögliche Wechselwirkungen.
7. Rajabi et al. Saffron for the Management of Premenstrual Dysphoric Disorder: A Randomized Controlled Trial. Advanced Biomedical Research, 2020;9:60.



